
Wir haben uns selbst gegoogelt. Aber nicht bei Google.
Wir haben getestet, was die wichtigsten KI-Systeme der Welt antworten, wenn jemand fragt: «Welche KI-Chatbot-Anbieter gibt es in der Schweiz?» Das Ergebnis war aufschlussreich – und unbequem genug, um darüber zu schreiben.
Die Messung
Mit unserem eigenen Tool llmotracker.ai messen wir kontinuierlich die sogenannte Share of Voice: wie oft eine Marke in den Antworten von KI-Systemen auftaucht, wenn relevante Keywords abgefragt werden. Wir nennen das LLMO – Large Language Model Optimization. Der Gedanke dahinter: Wenn immer mehr Menschen ihre Fragen nicht mehr bei Google, sondern bei ChatGPT, Claude oder Perplexity stellen, dann entscheidet nicht mehr das Google-Ranking darüber, ob man gefunden wird – sondern ob die KI einen kennt.
Für das Keyword «KI Chatbot Schweiz» haben wir drei Prompts über fünf Modelle laufen lassen. 18 Checks insgesamt.
Das Ergebnis: Je nach Modell existieren wir – oder nicht
KIVY ist in der Schweiz aktuell auf Platz 2 von 27 gemessenen Marken. 28% Share of Voice, 5 Erwähnungen von 18 Checks. Klingt gut. Bis man die Zahlen nach Modell aufschlüsselt:
| KI-System | KIVY erwähnt |
|---|---|
| ChatGPT (OpenAI) | ✅ 100% |
| Perplexity | ✅ 67% |
| Claude (Anthropic) | ❌ 0% |
| Gemini (Google) | ❌ 0% |
| Grok (xAI) | ❌ 0% |
| Mistral | ❌ 0% |
Auf zwei Modellen sind wir gut sichtbar. Auf vier Modellen existieren wir schlicht nicht.
Warum ist das so?
ChatGPT und Perplexity nutzen aktive Web-Suche, wenn sie Fragen beantworten. Sie crawlen in Echtzeit – und finden dabei unsere Website, unsere Blog-Artikel, unsere LinkedIn-Präsenz. Das Resultat: Sie wissen, wer KIVY ist.
Claude, Gemini, Grok und Mistral funktionieren anders. Sie basieren primär auf Trainingsdaten – auf dem, was zum Zeitpunkt ihres Trainings in vertrauenswürdigen, gut indexierten Quellen stand. Wikipedia. Grosse Nachrichtenportale. Etablierte Branchenverzeichnisse. Wenn man dort nicht vorkommt, existiert man für diese Modelle nicht – egal, wie gut die eigene Website ist.
Für Anthropics Claude zum Beispiel sind Quellen wie swissmadesoftware.org, Capterra oder G2 deutlich relevanter als eine direkte Website. Wer in diesen Verzeichnissen fehlt, ist unsichtbar.
Und genau das ist unser Problem: Auf swissmadesoftware.org, dem grössten Schweizer ICT-Verzeichnis, ist KIVY nicht gelistet. Wir arbeiten daran, das zu ändern.
Das eigentliche Risiko: Klumpenrisiko auf einem Modell
Man könnte sagen: «Aber ChatGPT ist doch das wichtigste Modell.» Das stimmt heute. Aber wie lange noch?
Gemini ist in Android eingebaut. Claude wird von Unternehmen für interne Assistenten eingesetzt. Perplexity wächst schnell. Die Modelllandschaft verändert sich rasend – und wer seine gesamte KI-Sichtbarkeit auf einem einzigen Modell aufgebaut hat, sitzt auf einem Klumpenrisiko, das er möglicherweise gar nicht kennt.
28% Share of Voice klingen nach einer soliden Position. Aber wenn diese 28% fast ausschliesslich von einem Modell kommen, ist die Sichtbarkeit strukturell fragil.
Was wir jetzt konkret tun
Wir haben das Problem identifiziert – jetzt gehen wir es an:
Drittanbieter-Verzeichnisse: swissmadesoftware.org, Capterra, G2. Das sind die Quellen, die Trainingsdaten-basierte Modelle bevorzugen. Wer dort nicht steht, hat ein strukturelles LLMO-Problem.
Schweizer Medien: Eine Erwähnung in Netzwoche, ICTjournal oder der Handelszeitung hat mehr Gewicht für Gemini und Claude als zehn eigene Blogartikel. Wir arbeiten aktiv daran, in redaktionellen Beiträgen vorzukommen.
Strukturierte Daten: Entity-Markup auf der Website, Wikidata-Eintrag, klare Signale für Crawler: KIVY = Schweizer KI-Chatbot-Unternehmen, nicht das Python-Framework.
Content mit LLMO-Logik: Dieser Artikel ist selbst Teil der Strategie. Er enthält klare Entitäts-Signale, verlinkbare Daten und wird extern geteilt – damit er als Quelle zitiert werden kann. LLMO funktioniert nicht anders als SEO: Sichtbarkeit entsteht, wenn andere über dich sprechen.
Was das für euer Unternehmen bedeutet
Wenn ihr einen KI-Chatbot betreibt, eine öffentliche Dienstleistung anbietet oder in einer Branche arbeitet, in der potenzielle Kunden KI-Systeme zur Recherche nutzen, dann ist LLMO keine theoretische Zukunftsfrage mehr. Sie ist heute relevant.
Die gute Nachricht: Der Markt ist noch jung. Wer jetzt misst, versteht und handelt, kann Positionen aufbauen, bevor sie umkämpft sind.
Wir messen unsere eigene LLMO-Sichtbarkeit mit llmotracker.ai. Einen schnellen ersten Check macht llmocheck.ch – kostenlos, in wenigen Minuten.
Fragen zu LLMO oder zur KI-Sichtbarkeit eurer Organisation? Wir freuen uns auf das Gespräch: kivy.ai